Christine Schirrmacher

Kurzbiographie

Christine Schirrmacher ist habilitierte Islamwissenschaftlerin und lehrt als Professorin für Islamwissenschaft an den Universitäten Bonn und Leuven. Sie studierte Islamwissenschaft, Geschichte, Germanistik und Vergleichende Religionswissenschaft in Gießen und Bonn und promovierte im Fach Islamwissenschaft an der Universität Bonn mit einer Arbeit zur christlich-islamischen Kontroverse im 19. und 20. Jahrhundert. Sie habilitierte sich dort mit einer Studie über die Positionierung einflussreicher muslimischer Theologen des 20. Jahrhunderts zu Religionsfreiheit, Menschenrechten und dem Abfall vom Islam.

Sie unterrichtet an mehreren Hochschulen und Akademien, seit 2001 jährlich an der „Akademie Auswärtiger Dienst“ (ehemals Diplomatenschule) des Auswärtigen Amtes, Berlin, sowie seit 2007 fortlaufend als Gastdozentin bei Landes- und Bundesbehörden der Sicherheitspolitik. Sie ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der „Bundeszentrale für Politische Bildung“ (BpB), Berlin, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des „Bundes Deutscher Kriminalbeamter“ (BDK), Berlin und Kuratoriumsmitglied des „Deutschen Instituts für Menschenrechte“ (DIMR), Berlin. Als Professorin für Islamwissenschaft lehrt sie seit 2012 an der Universität Bonn sowie seit 2005 als Professorin für „Islamic Studies“ an der Evangelisch-Theologischen Fakultät (ETF) in Leuven, Belgien. 2013 vertrat sie den Lehrstuhl Islamwissenschaft an der Universität Erfurt, 2013/14 lehrte sie als TEA-Professorin an der Universität Tübingen am Institut für Humangeographie (Schwerpunkt Politische Geographie und Konfliktforschung).

Als Leiterin des „International Institute of Islamic Studies“ (IIIS) der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) ist sie auf nationaler wie internationaler Ebene an Dialoginitiativen und Diskursen mit muslimischen Theologen beteiligt, wie etwa der Nachfolgekonferenz zum „Offenen Brief der 138 muslimischen Theologen an Papst Benedikt XVI und die ganze Christenheit“ der Yale University New Haven, USA (2008) oder dem „Berlin Forum for Progressive Muslims“ (2011; 2013), einer Fachtagung der Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin.

Sie veröffentlichte rund 15 Bücher, darunter „’Es ist kein Zwang in der Religion‘ (Sure 2,256): Der Abfall vom Islam im Urteil zeitgenössischer islamischer Theologen: Diskurse zu Apostasie, Religionsfreiheit und Menschenrechten“ (2015), ihre zweibändige Einführung „Der Islam: Geschichte – Lehre – Unterschiede zum Christentum“ (1994/2003) sowie (mit Ursula Spuler-Stegemann) „Frauen und die Scharia: Die Menschenrechte im Islam“ (2004/2006); einige Titel wurden ins Englische, Spanische, Koreanische, Rumänische, Türkische und in Kiswahili übersetzt.

Ihre neuesten Veröffentlichungen sind die Titel „’Let there be no Compulsion in Religion‘ (Sura 2:256). Apostasy from Islam as Judged by Contemporary Islamic Theologians. Discourses on Apostasy, Religious Freedom, and Human Rights“ (2016), „Politischer Islam und Demokratie: Konfliktfelder“ (2015), „Islam und Demokratie: Ein Gegensatz?“ (2013), „Die Scharia: Recht und Gesetz im Islam“ (2. Aufl. 2009) und „Islamismus: Wenn Religion zur Politik wird“ (2010), sowie die Aufsätze „Quo vadis, Naher Osten? Entstehung und Ideologie des ‚Islamischen Staates'“ (in: Confessio Augustana 1/2016), „Diskurse zu Menschen- und Freiheitsrechten in islamisch geprägten Gesellschaften. Schlaglichter einer breit gefächerten Debatte” (in: Michael Reder; Maria-Daria Cojocaru (Hg.). Zur Praxis der Menschenrechte. Formen, Potenziale und Widersprüche. Kohlhammer: Stuttgart, 2015), „Islam in Deutschland – Deutschland herausgefordert?” (in: Eckhard Jesse, Tilman Mayer (Hg.). Deutschland herausgefordert. Schriftenreihe der Gesellschaft für Deutschlandforschung 105. Duncker & Humblot: Berlin, 2014), „Die Rolle des Islamismus bei der Arabischen Revolution: Eine Momentaufnahme“ (in: Österreichisches Zentrum für Frieden und Konfliktlösung. Lit Verlag: Wien, 2012), „Konvertiten zum Islam: Je gläubiger – je radikaler?“ (in: Reinhard Hempelmann. Religionsdifferenzen und Religionsdialoge: EZW, Berlin: 2010), „Die Frage der Freiwilligkeit der islamischen Eheschließung: Schariarechtliche Vorgaben und gesellschaftliche Praxis unter Berücksichtigung des Phänomens der Zwangsheirat“ (Rechtspolitisches Forum 61. Trier: Institut für Rechtspolitik an der Universität Trier, 2012) und „Friedensrichter, Streitschlichter, Schariagerichtshöfe – Ist die Rolle der Vermittler auf den säkularen Rechtsstaat übertragbar?“ (Rechtspolitisches Forum 62. Trier: Institut für Rechtspolitik an der Universität Trier, 2013).

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Christine Schirrmacher