Christine Schirrmacher
Muslimbruderschaft

Interview mit Bonner Islamwissenschaftlerin:
„Der politische Islam gehört in die öffentliche Debatte“

August 29, 2016 by · Leave a Comment 

20.07.2016 BONN. Mit dem Islam in der Welt beschäftigt sich seit Jahren die Bonner Islamwissenschaftlerin Christine Schirrmacher. Sie sieht die Politik gefordert. Mit ihr sprach Rüdiger Franz.

Frau Professor Schirrmacher, wenn, wie hochrangige Politiker behaupten, der Islam zu Deutschland gehört – gehört dann auch die Scharia zu Deutschland?

Christine Schirrmacher: Es kommt darauf an, was man unter dem Reizwort „Scharia“ inhaltlich versteht. Meist wird im täglichen Sprachgebrauch „Scharia“ als Synonym für das islamische Strafrecht gebraucht, das selbstverständlich nicht zur Rechtstradition und Verfassung Deutschlands gehört. Allerdings sind – neben der möglichen Anwendung des Internationalen Privatrechts – etwa auch die Regelungen für das Fasten im Monat Ramadan oder der gesamte Ablauf des rituellen Gebets Teil des Schariarechts, dessen Praxis durch muslimische Mitbürger längst selbstverständlicher Teil Deutschlands geworden ist.

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Neu erschienen: „Es ist kein Zwang in der Religion“

Oktober 12, 2015 by · Leave a Comment 

Neu erschienen: Christine Schirrmacher. „Es ist kein Zwang in der Religion“ (Sure 2,256): Der Abfall vom Islam im Urteil zeitgenössischer islamischer Theologen. Diskurse zu Apostasie, Religionsfreiheit und Menschenrechten. Ergon-Verlag, Reihe Kultur, Recht und Politik in muslimischen Gesellschaften, Bd. 12. 550 S.

Habil_CoverWie stellt sich die Lage in islamisch geprägten Ländern beim Thema Religionsfreiheit, Religionskritik und dem Abfall vom Islam, der Apostasie, dar? Per Gesetz bekennen sich die meisten dieser Länder ausdrücklich zur Religionsfreiheit – praktisch aber erleiden kritische Intellektuelle, progressive Koranwissenschaftler, Frauen- und Menschenrechtler, Konvertiten vom Islam sowie Angehörige nicht-anerkannter Minderheiten vielerorts Diskriminierung, Ächtung, Bedrohung, Inhaftierung oder sogar den Tod. Bei der Ursachenforschung für diese Diskrepanz werden die drei heute vertretenen Hauptpositionen islamischer Gelehrter zur Apostasie erläutert, die von deren global einflussreichsten Vertretern, Yusuf al-Qaradawi (geb. 1926), Abdullah Saeed (geb. 1960) und Abu l-A’la Maududi (1903-1979), verfochten werden. Die Studie beschäftigt sich anhand ihrer Veröffentlichungen zu Religionsfreiheit und Apostasie mit dem ideengeschichtlichen Transfer der „Saat ihrer Worte“ (Hrant Dink) in die Gesellschaft sowie mit ihrem weltweit immensen Einfluss auf Theologie, Recht und Politik. Am Ende steht die Frage, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, damit Verfechter unbeschränkter Religionsfreiheit und Menschenrechte in diesem Teil der Welt vermehrt Gehör finden.

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Christine Schirrmacher