Abdullah Saeed

Christine Schirrmacher hält Vorlesungen an der Universität Melbourne

Februar 20, 2020 by · Leave a Comment 

Im Dialog mit der Fakultät und der größten Moschee Australiens

Christine Schirrmacher hielt kürzlich anlässlich einer Studienreise eine Gastvorlesung für die Professoren der Fakultät des Asien-Instituts der Universität Melbourne. Das Nationale Zentrum für gegenwartsbezogene Islamwissenschaft (NCCIS) unter dem Vorsitz von Professor Abdullah Saeed ist Teil des Asien-Instituts.

Abdullah Saeed, Christine Schirrmacher, Thomas Schirrmacher, Professoren © BQ/Thomas Schirrmacher

Von links nach rechts: Professoren, Abdullah Saeed, Christine Schirrmacher, Thomas Schirrmacher © BQ/Thomas Schirrmacher

Schirrmachers Thema war die Frage der Religionsfreiheit in islamisch geprägten Gesellschaften, die typischerweise ein Problem damit zu haben scheinen, ihren Bürgern Religionsfreiheit zu gewähren, insbesondere wenn es um Minderheiten geht. Auch wenn der Koran keine klare Aussage über die Bestrafung von Abtrünnigen enthält, ist die bis heute vorherrschende Haltung unter muslimischen Theologen, dass Apostasie mit der Todesstrafe bestraft werden muss, wenn der Bekehrte sich offen zu seinem neuen Glauben bekennt. Gleichzeitig wächst die Zahl der muslimischen Intellektuellen, die sich offen für Freiheitsrechte – darunter auch für Religionsfreiheit – aussprechen. In dem Vortrag wurde argumentiert, dass die Zukunft der islamisch geprägten Kulturen davon abhängt, ob die Stimmen der islamischen Intellektuellen, die die Religionsfreiheit im Kontext des Islam verteidigen, gehört werden. Eine Religion, die ihre Anhänger zum Glauben zwingt, wird in unserer globalisierten Welt von der Wirklichkeit eingeholt werden, denn auch in islamischen Ländern wenden heute viele Menschen dem Islam den Rücken.

Abdullah Saeed und Christine Schirrmacher © BQ/Thomas Schirrmacher

Abdullah Saeed und Christine Schirrmacher © BQ/Thomas Schirrmacher

Abdullah Saeed hat den vom Sultan von Oman gestifteten Lehrstuhl für Islamwissenschaft an der Universität Melbourne inne und ist dort Professor für arabische und islamische Studien sowie Direktor des Nationalen Zentrums für gegenwartsbezogene Islamwissenschaften. Er ist besonders für seine progressiven Ansichten zur Religionsfreiheit im Islam bekannt; sein Hauptwerk dazu wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Er wurde auf den Malediven geboren und schloss 1986 sein Studium an der Islamischen Universität von Medina mit einem Bachelor of Arts in Arabisch und Islamwissenschaften ab. Er erwarb 1992 einen MA in Angewandter Linguistik sowie 1994 einen Doktortitel in Islamwissenschaften an der Universität von Melbourne. Seine Hauptwerke sind ‚Freedom of Religion, Apostasy and Islam‘ (2004) und ‚Islam and Belief: At Home with Religious Freedom‘ (2014).

Christine und Thomas Schirrmacher besuchten auch die Lakemba-Moschee in Sydney und trafen dort mit der Leitung der Moschee zu einem Dialoggespräch zusammen.

Das Innere der Lakemba-Moschee in Sydney © BQ/Thomas Schirrmacher

Das Innere der Lakemba-Moschee in Sydney © BQ/Thomas Schirrmacher

Die Lakemba-Moschee, die auch als Masjid Ali bin Abi Talib Moschee oder Imam Ali bin Abi Talib Moschee bekannt ist, ist Australiens größte Moschee. Sie wird von libanesischstämmigen Einwanderern unterhalten und war ursprünglich eine schiitische Moschee, steht aber inzwischen allen Zweigen des Islam offen. Der Imam der Lakemba-Moschee ist Scheich Yahya Safi, der ursprünglich Imam im Libanon war, bevor er 1996 an die Lakemba-Moschee berufen wurde.

Let there be no Compulsion in Religion

Dezember 5, 2016 by · Leave a Comment 

Apostasy from Islam as Judged by Contemporary Islamic Theologians. Discourses on Apostasy, Religious Freedom, and Human Rights

Cover “Let there be no Compulsion in Religion” (Sura 2:256). Apostasy from Islam as Judged by Contemporary Islamic Theologians. Discourses on Apostasy, Religious Freedom, and Human Rights

Bibliography:

  • “Let there be no Compulsion in Religion” (Sura 2:256). Apostasy from Islam as Judged by Contemporary Islamic Theologians. Discourses on Apostasy, Religious Freedom, and Human Rights. Wipf & Stock: Eugene/Oregon; VKW: Bonn, 2016. ISBN: 978-3-86269-114-2.


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Neu erschienen: „Let there be no Compulsion in Religion“

April 11, 2016 by · Leave a Comment 

Neu erschienen: „Let there be no Compulsion in Religion“ (Sura 2:256): Apostasy from Islam as Judged by Contemporary Islamic Theologians: Discourses on Apostasy, Religious Freedom, and Human Rights. Wipf & Stock: Eugene/Oregon; VKW: Bonn, 2016, 620 S.

Cover Let there be no Compulsion in ReligionIn Christine Schirrmacher’s postdoctoral thesis, for the first time one finds reviews of original voices coming from Islamic theology on the topic of religious freedom and apostasy. Arabic, English, French, and Urdu texts have been translated and analyzed and thus made accessible.

There are basically three positions which are defended on falling away from the Islamic faith: Complete advocacy of religious freedom, the complete denial of religious freedom with a call for the immediate application of the death penalty for apostates, and the centrist position. The centrist position, however, which allows inner freedom of thought and warns against premature persecution, calls for the death penalty in the case of open apostasy (e.g., in the case of conversion to another faith). Within established Islamic theology, the latter approach is nowadays the most frequent point of view found.

These three main positions on apostasy are introduced in this postdoctoral thesis by means of the publications of three influential 20th century theologians: Yusuf al-Qaradawi (b. 1926), Abdullah Saeed (b. 1960), and Abu l-A’la Maududi (1903–1979). They all have followings of many millions of people and have political influence at their disposal.

The study explains why in many Muslim majority countries there is still today only very limited or sometimes no freedom of religion (in the sense of the Universal Declaration of Human Rights adopted by the United Nations in 1948) for converts, critical intellectuals, artists and progressive Quranic studies specialists, journalists and secularists, agnostics and confessing atheists, enlightened thinkers, women’s rights and human rights activists as well as adherents of non-recognized minorities.

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Neu erschienen: „Es ist kein Zwang in der Religion“

Oktober 12, 2015 by · Leave a Comment 

Neu erschienen: Christine Schirrmacher. „Es ist kein Zwang in der Religion“ (Sure 2,256): Der Abfall vom Islam im Urteil zeitgenössischer islamischer Theologen. Diskurse zu Apostasie, Religionsfreiheit und Menschenrechten. Ergon-Verlag, Reihe Kultur, Recht und Politik in muslimischen Gesellschaften, Bd. 12. 550 S.

Habil_CoverWie stellt sich die Lage in islamisch geprägten Ländern beim Thema Religionsfreiheit, Religionskritik und dem Abfall vom Islam, der Apostasie, dar? Per Gesetz bekennen sich die meisten dieser Länder ausdrücklich zur Religionsfreiheit – praktisch aber erleiden kritische Intellektuelle, progressive Koranwissenschaftler, Frauen- und Menschenrechtler, Konvertiten vom Islam sowie Angehörige nicht-anerkannter Minderheiten vielerorts Diskriminierung, Ächtung, Bedrohung, Inhaftierung oder sogar den Tod. Bei der Ursachenforschung für diese Diskrepanz werden die drei heute vertretenen Hauptpositionen islamischer Gelehrter zur Apostasie erläutert, die von deren global einflussreichsten Vertretern, Yusuf al-Qaradawi (geb. 1926), Abdullah Saeed (geb. 1960) und Abu l-A’la Maududi (1903-1979), verfochten werden. Die Studie beschäftigt sich anhand ihrer Veröffentlichungen zu Religionsfreiheit und Apostasie mit dem ideengeschichtlichen Transfer der „Saat ihrer Worte“ (Hrant Dink) in die Gesellschaft sowie mit ihrem weltweit immensen Einfluss auf Theologie, Recht und Politik. Am Ende steht die Frage, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, damit Verfechter unbeschränkter Religionsfreiheit und Menschenrechte in diesem Teil der Welt vermehrt Gehör finden.


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