Beraterkreis Islamismusprävention und Islamismusbekämpfung: Meldungen des Bundestages und des Bundesinnenministeriums

Während der Sitzung des Beraterkreises Islamismusprävention und Islamismusbekämpfung © BMI/Henning Schacht

Pressemeldung des Deutschen Bundestages

Über den „Beraterkreis Islamismusprävention und Islamismusbekämpfung“ berichtet die Bundesregierung in ihrer Antwort (21/4296) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (21/4028). Danach wurde mit dem Beraterkreis „die Task Force Islamismusprävention in eine dauerhafte Struktur überführt, die zukünftig nicht nur sicherheitspolitische, sondern auch gesellschaftspolitische, integrationspolitische und bildungspolitische Dimensionen umfasst und somit die Bekämpfung des Islamismus als gesamtgesellschaftliche Aufgabe versteht“.

Während der Sitzung des Beraterkreises Islamismusprävention und Islamismusbekämpfung © BMI/Henning Schacht

Das Bundesinnenministerium (BMI) setze damit ein wichtiges Vorhaben des Koalitionsvertrags um, heißt es in der Vorlage weiter. Ziel sei es, die Präventionsarbeit in Deutschland „weiter zu professionalisieren, langfristig gesellschaftspolitisch breiter aufzustellen und noch stärker zu vernetzen – zwischen Wissenschaft, Praxis und Sicherheitsbehörden“. Der Beraterkreis solle dazu beitragen, Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis besser in politische Entscheidungsprozesse einzubringen.

Der Beraterkreis besteht den Angaben zufolge aus 15 Expertinnen und Experten, die sich durch Fachkenntnis und praktische Erfahrung auszeichnen. Die Zusammensetzung gewährleiste eine „enge Verzahnung von wissenschaftlicher Tiefe, praktischer Erfahrung und sicherheitspolitischer Expertise“. Das interdisziplinäre Gremium vereine unter anderem juristische, psychologische und pädagogische wie auch islam- und gesellschaftswissenschaftliche Expertise.

Die Arbeit des Gremiums wird laut Vorlage durch einen Lenkungskreis im BMI gesteuert, der vom Parlamentarischen Staatssekretär Christoph de Vries (CDU) und den Leitungen der fachlich betroffenen Abteilungen des Ministeriums besetzt ist. Zudem finde eine fachliche Einbindung weiterer betroffener Bundesressorts statt. Auch bestehe jederzeit die Möglichkeit, weitere Experten themenspezifisch zu den Sitzungen des Beraterkreises einzuladen.

Quelle: https://bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1151312

Christoph de Vries © BM/Tobias Koch

Beraterkreis Islamismusprävention und Islamismusbekämpfung

Initiative zur Bekämpfung islamistischer Radikalisierung – von der Webseite des Bundesministeriums des Inneren übernommen.

Mit den tödlichen Angriffen der letzten Jahre ist der Islamismus in seiner gewalttätigsten Form wieder verstärkt in Erscheinung getreten. Vor solchen extremistischen Gewalttaten steht immer ein Radikalisierungsprozess, der häufig sogar hier in unserem Land stattfindet. Islamistische Akteure tragen ihre gefährliche Ideologie in unsere Gesellschaft hinein, ohne dabei selbst gewalttätig zu agieren. Daher setzt das BMI auf einen frühzeitigen und breit angelegten Ansatz zur Islamismusprävention und -bekämpfung.

Vor diesem Hintergrund hat das Bundesinnenministerium den Beraterkreis Islamismusprävention und Islamismusbekämpfung einberufen. Am 15. Dezember 2025 traten die Mitglieder des Beraterkreises Islamismusprävention und Islamismusbekämpfung unter Leitung des Parlamentarischen Staatssekretärs Christoph de Vries erstmalig zusammen. Sprecherin des Beraterkreises Islamismusprävention und Islamismusbekämpfung ist Prof. Dr. Christine Schirrmacher. Prof. Dr. Mouhanad Khorchide und Ahmad Mansour vertreten sie.

Die Islamismusprävention wird als Querschnittsaufgabe verstanden, die nicht nur sicherheitspolitische, sondern auch gesellschaftspolitische, integrationspolitische und bildungspolitische Dimensionen umfasst. Dementsprechend ist auch die Besetzung des Beraterkreises interdisziplinär und folgt zudem einer Dreiteilung:

  • Wissenschaft und Forschung,
  • Zivilgesellschaftliche und behördliche Präventions- und Integrationspraxis sowie
  • Sicherheitsbehörden des Bundes und der Länder.

Durch diese Zusammensetzung wird eine enge Verzahnung von Theorie, Praxis und behördlicher Umsetzung gewährleistet.

Was ist die Aufgabe des Beraterkreises Islamismusprävention und Islamismusbekämpfung?

  • Beratung der Bundesregierung
  • Erarbeitung eines Entwurfes für einen Bund-Länder-Aktionsplan Islamismusbekämpfung

Erste und zentrale Aufgabe des auf Dauer angelegten Beratungsgremiums wird es sein, das BMI bei der Erarbeitung des Bund-Länder-Aktionsplans Islamismusbekämpfung zu unterstützen und hierfür einen ersten Entwurf vorzulegen. Der Aktionsplan soll konkrete Handlungsempfehlungen und Maßnahmen zur Bekämpfung des politischen Islamismus in Deutschland bündeln und die bisherigen Bemühungen auf allen Ebenen stärken – ideologisch, strukturell, finanziell und gesellschaftlich.

Diese Empfehlungen können beispielsweise Forschungsbedarfe, neue Sensibilisierungsansätze oder gesetzliche Änderungsvorschläge beinhalten. Die inhaltlichen Schwerpunkte des Aktionsplans orientieren sich an den zentralen Herausforderungen der Gegenwart. Dazu gehören insbesondere die Prävention und Repression im digitalen Raum, die Aufklärung von Islamismusfinanzierung und ausländische Einflussnahme, Radikalisierung und Extremismus im Schulkontext sowie die Aufklärung und Sensibilisierung öffentlicher Stellen und die wissenschaftliche Forschung zu islamistischen Ideologien.

Wie arbeitet der Beraterkreis Islamismusprävention und Islamismusbekämpfung?

  • Der Beraterkreis berichtet an hochrangigen Lenkungskreis im BMI
  • Sprecherin des Beraterkreises ist Prof. Dr. Schirrmacher

Die Erarbeitung des Entwurfes für den Bund-Länder-Aktionsplan erfolgt durch das 15-köpfige, interdisziplinäre Team des Beraterkreises, dem Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen der Islamismusprävention und zivilgesellschaftliche wie staatliche Akteure angehören. In seinen Arbeitstreffen beleuchtet das Team die relevanten Themen aus unterschiedlichen Perspektiven und kann dazu themen- und anlassbezogen weitere Expertinnen und Experten einladen.

Sprecherin des Beraterkreises Islamismusprävention und Islamismusbekämpfung ist Prof. Dr. Christine Schirrmacher. Sie wird vertreten durch Prof. Dr. Mouhanad Khorchide und Ahmad Mansour.

Der Beraterkreis informiert und berichtet seine Ergebnisse an einen hochrangigen Lenkungskreis im BMI, bestehend aus dem Parlamentarischen Staatssekretär Christoph de Vries sowie den Leitungen der Abteilungen Öffentliche Sicherheit und Demokratie und Gesellschaft.

Während der Sitzung des Beraterkreises Islamismusprävention und Islamismusbekämpfung © BMI/Henning Schacht

Mitglieder des Beraterkreises (in Auswahl)

  • Prof. Dr. Christine Schirrmacher, Universitäten Bonn und Leuven/Belgien: Christine Schirrmacher ist Professorin für Islamwissenschaft an den Universitäten Bonn und Leuven/Belgien. Als Gutachterin, Gastdozentin sowie als Mitglied verschiedener Kuratorien berät sie auf Bundes- und Länderebene zu Menschenrechts- und Integrationsfragen, Muslimfeindlichkeit und Sicherheitspolitik. Sie ist Mitglied des Zentrumsrats des „Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies (CASSIS)“ der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn, des Wissenschaftlichen Beirats des „Bundes Deutscher Kriminalbeamter“ (BDK) sowie des Wissenschaftlichen Beirats des „Zentrums für Analyse und Forschung (ZAF)“ des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV). Sie veröffentlichte rund 25 Bücher und zahlreiche Aufsätze zu Themen des islamischen Rechts und der islamischen Theologie, sowie zu Frauen-, Menschen- und Minderheitenrechten in Nahost.
  • Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, Universität Münster: Mouhanad Khorchide ist Professor für Islamische Religionspädagogik und Leiter des Zentrums für Islamische Theologie an der Universität Münster sowie Principal Investigator des dortigen Exzellenzclusters „Religion und Politik. Dynamiken von Tradition und Innovation“. Er beschäftigt sich mit der Erforschung und Vermittlung einer zeitgemäßen Lesart des Islam im europäischen Kontext und spricht sich für eine historisch-kritische Auslegung der islamischen religiösen Schriften aus. Er ist Gründungsmitglied des Muslimischen Forums Deutschland und der Muslimischen Gemeinschaft NRW. Außerdem ist er Leiter des wissenschaftlichen Beirats der Dokumentationsstelle Politischer Islam (Österreich).
  • Ahmad Mansour, MIND Prevention GmbH: Ahmad Mansour ist Diplom-Psychologe und Autor aus Berlin. Er gründete und leitet seit 2018 eine Initiative für Demokratieförderung und Extremismusprävention, die verschiedene Projekte im Bildungs- und Integrationsbereich sowie in Justizvollzugsanstalten durchführt. Ahmad Mansours Arbeitsschwerpunkte liegen in der Demokratieförderung und der Prävention von Extremismus. Zudem engagiert er sich nachhaltig im Kampf gegen Antisemitismus. Er ist als Referent an Schulen, Universitäten, in Behörden und in der Wirtschaft tätig. Darüber hinaus veröffentlicht er Fachbücher und schreibt regelmäßig eine Kolumne für die WELT; seine Artikel und Interviews erscheinen in zahlreichen Tageszeitungen.

Quelle: https://www.bmi.bund.de/DE/themen/sicherheit/extremismus/islamismus-und-salafismus/bkis/bkis.html

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